Wie komme ich von A nach B: Navigation

WICHTIGES UPDATE Sept 2015:

Das schwedische Landesvermessungsamt Lantmätteriet hat diesen Sommer leider seine Serie mit Übersichtskarten im Masstab 1:250.000 ersatzlos eingestellt, wie ich gerade auf deren Webseite sehen konnte. Da muss ich wohl heute unbedingt noch Restbestände aufkaufen!

Allerdings: Lantmätteriet hat einen fantastischen Webdienst mit zoombarer topografischer Karte (die ich aber leider nicht im Tankrucksack mitnehmen kann):

Lantmätteriets Onlinekarte

Trotz allen Vorteilen der Satelitennavigation gehört für mich eine Landkarte immer in’s Reisegepäck. Auf dem kleinen GPS Display verliert man schnell die Übersicht und für die Planung längerer Touren sind Karten auf Papier einfach noch das Beste. Ausserdem funktioniert eine Karte auch ohne Batterie. Aus dem gleichen Grund ist auch ein einfacher Kompass hilfreich.

 

Deshalb hier mal ein Paar Tips zu Landkarten:

Will man EINE für ganz Schweden empfehle ich „Motormännens Sverige Vägatlas“, den man in den meisten grösseren Tankstellen bekommt, Masstab 1:250.000 (Südschweden bis Sundsvall) bis 1:400.000 (Nordschweden)

http://www.resebokhandeln.com/motormannen-sweden-roadatlas-2010-p-1087.html

Die weiche Version mit Plastikeinband bekommt man auch gut in eine wasserdichte Kartentasche auf dem Tank. Ist ausreiched detailliert um auch kleine Strässchen und befahrbare Waldwege zu zeigen.

Lantmäteriet bietet auch noch 1: 100.000, 50.000 und 25.000 an, aber für Motorradfahrer decken diese ein zu kleines Gebiet ab, bei der 1:100.000 Blauen Karte ca 85km x 50km – man bräuchte also mindestens zwei Kartenblätter für eine Tagesetappe. Dafür sind hier wirklich ALLE Wege bis hin zu Trampelpfaden eingezeichnet.

Wie findet man nun schöne (Schotter)Strecken?

In Schweden ist das mit den Landkarten gar nicht so einfach, denn hier werden Wege nicht nach Belag, sonder TRAGFÄHIGKEIT klassifiziert. Es kann also durchaus sein, dass eine dünne rote Linie mal asphaltiert ist, während andernorts die gleiche „Wegklasse“ einen Schotterbelag hat. Oder andersrum: gut gebaute Schotterstrassen können eine höhere Tragfähigkeit haben, als Asphaltstrassen. Die dünnsten im Motormännens Bilatlas eingezeichneten Wege sowie die schwarzen Linien in Lantmätteriets blauer Serie sind aber tatsächlich allermeistens Schotterwege. In Garmins Citynavigator NT sind aber manchmal gestrichelte Wege asphaltiert und durchgezogene geschottert! Grrrrr….!

Die Finnen dagegen klassifizieren die Wege nach Belag, was in der GT Tiekarta als gelber oder farbloser Weg eingezeichnet ist, hat tatsächlich keinen Asphaltbelag!

 

GPS Geräte und digitale Karten

Über die „GPS Hardware“ habe ich ja schon etwas im Kapitel über Geocaching geschrieben. Deshalb nur noch mal als Zusammenfassung: für die Strassennavigation verwende ich zur Zeit ein Garmin Montana 600. Zum Geocachen kommt als Handgerät dagegen das Garmin 62st zum Einsatz, dass ich auch zum Radfahren, Wandern, Skifahren und alle anderen „muskelbetriebenen“ Aktivitäten verwende.

Zu meiner eigenen Überraschung funktioniert die Navigation und das Routing tatsächlich auch auf Nebensträsschen, Waldwegen und kleinen Traktorwegen mit Garmins „City Navigator“ Digitalkarte sehr gut. Ich verwende im Moment noch die Version 2008. In den digitalen City Navigator Karten sind sowohl alle asphaltierten Strassen Schwedens verzeichnet, als auch der allergrösste Teil aller überhaupt fahrbaren Wege! Mit Citynavigator (CN) kann man europaweit bis auf Hausnummernniveau navigieren. Neuere Schlagbäume kennt CN dagegen leider nicht. Bei der Routenplanung arbeite ich jedoch immer mit einer Kombination aus CN, Papierkarte und Google Earth. Sprachausgabe habe ich beim Montana zwar nicht, aber das stört mich nicht weiter. Vielmehr verfolge ich meinen Weg auf dem GPS ständig mit einem viertel Auge und habe damit auch ein besseres Bild der Gegend um mich herum. Das Display des Montana ist in etwas doppelt so gross als das des 62st, was die Übersicht erheblich verbessert. Auch der Prozessor arbeitet wesentlich schneller, was man beim Verschieben des Kartenausschnittes und bei der Routenneuberechnung sehr deutlich merkt. Bei der Kartendarstellung bevorzuge ich übrigens „Norden oben“ wie auch auf jeder Papierkarte. Mit „Fahrtrichtung oben“ verliere ich völlig die Orientierung und das Gefühl für die Himmelsrichtungen.

Vor dem Kauf des Montanas hatte ich ein Motorradnavi von Garmin ausprobiert und schnell frustriert zurückgegeben. Hauptgrund: alle von mir eingespeicherten Punkte (z.B. Geocaches, Aussichtstürme, Zeltplätze) wurden nur als blauer Punkt dargestellt, nicht aber mit dem in Basecamp gewählten Symbol.

Auf dem 62st verwende ich dagegen gerne Garmins topographische Karte „Friluftskarta Pro“, die in fünf 150,-Euro teuren „Blättern“ ganz Schweden abdeckt. Hier sind auch Geländekonturen, Vegetationstyp, Gewässer und kleine Pfade eingezeichnet.

Ein wichtiger Tip: hat man in Basecamp eine Route erstellt sollte man diese in einen Track umwandeln und sich diesen „unter“ der Route auf dem GPS anzeigen lassen! Rechnet das GPS die Route unterwegs aus welchen Gründen auch immer um, erkennt man diese Abweichung sofort, da ja noch der ursprüngliche, unveränderliche Track angezeigt wird. Auf der topografischen Karte fahre ich auch nur nach Track und benutze keine Route.