Allgemeine Reisetips

Basecamp auf Gotland
Aurüstungstips: Essen, schlafen und nicht frieren
Wie komme ich von A nach B: Navigation
Bitte beachtet meine Verhaltenshinsweise im Menüpunkt ”Abenteuer-Knigge”!
 Übernachtung

Das gut ausgebaute Netz der schwedischen ”Vandrarhem” bietet hervorragende preiswerte Übernachtungsmöglichkeiten. Wer mit einer leichten Sportenduro und ebenso leichtem Gepäck unterwegs ist, findet hier leicht eine preiswerte Unterkunft. Die deutsche Entsprechung ”Jugendherberge” wäre hier fehl am Platze, handelt es sich doch eher um einen Pensionatsbetrieb mit Selbstversorgung.

Da das Angebot an Restaurants auf dem Lande sehr begrenzt ist bereiten man sich am besten am Abend eine warme Mahlzeit in der Selbstkocherküche der Unterkünfte zu. Tagsüber Verpflegung aus dem Rucksack bzw den Motorradtaschen. Ein einfaches Frühstücksbuffet ist in vielen Vandrarhem gegen einen kleinen Aufpreis erhältlich.

Infos gibts bei den beiden schwedischen Vandarhemsverbänden

Svenska Turistföreningen www.stfturist.se

Vandrarhem i förening www.svif.se

Campingplätze

…verteilen sich in Schweden über das ganze Land und bieten sehr unterschiedlichen Standard. Von der ”All-inclusive-Anlage” in beliebten Feriengegenden bis zur einfachen Wiese mit Klohäuschen ist alles vorhanden. Viele Campingplätze bieten ausserdem Hüttenvermietung, was sich vor allem als Standquartier für Tagestouren anbietet. Zum Zelten in freier Natur siehe Menüpunkt ”Abenteuer-Knigge”!

(Reise)Kosten

Mir fehlt ja zugegeben mittlerweile der direkte Vergleich mit Deutschland, abe so teuer wie man glaubt (und wie es mal war) ist Schweden im Vergleich nicht (mehr), schon gar nicht seit der TEuro in Deutschland eingezogen ist.

Bleifrei 95Okt liegt im Moment (Juli 2012, Shell) bei ca 15,10SEK (1,68Euro). Diesel für die Autofahrer ist etwas billiger, rund 15,-SEK

Wein geht im Systembolaget los bei ca 50SEK / Flasche, das ist dann aber auch kein Billigwein sondern schon was einigermassen vernünftiges. Ein Vollrausch in der Kneipe ist schon eher ne Investition, aber wer will schon im Urlaub nur Saufen. Bei JEDER Verkehrskontrolle wird übrigens auch Alkohol kontrolliert, es gilt 0.2 pm.

Lebensmittel? Nicht gerade billig, aber da fehlt mir wie gesagt der Vergleich. Käse z.B. kann zwischen 150SEK/kg und 300SEK/kg liegen, also ca 14 bis 30 Euro pro Kilo.

Geld und Bezahlung

Bargeld, was ist das? Die Schweden würden es am liebsten ganz abschaffen und haben das ein einigen Bereichen auch schon. So nehmen z.B. die Stockholmer Busfahrer kein Bargeld mehr an – aus Arbeitsschutzgründen, da sie zu oft überfallen wurden!

Fürs tägliche Leben hole ich nur noch sehr selten Bargeld aus dem Automaten, mittlerweile kann man wirklich fast alles mit Karte bezahlen. Ausnahme: einige Vandrarhem (Hostels) auf dem Lande. Vor allem fürs Tanken MUSS man oftmals eine Karte haben, die unbemannten Pumpen auf dem Lande nehmen nichts anderes! VISA und MASTERCARD funktionieren problemlos, erfordern aber ZWINGEND eine PIN Nummer! EC Karten werden dagegen selten bis gar nicht angenommen

Motorrad & Sprit

Ausreichend robustes Motorrad mit grober Bereifung  am besten vom Schlage einer BMW GS, Yamaha Teneré, KTM Adventure oder Honda Transalp/Varadero. Ungeeignet sind Supersportler, Cruiser (HD) und Sporttourer, ebenso wie glatte Strassenreifen, wenn man dem Asphalt entfliehen möchte. Selbstverständlich gibt es aber auch tausende Kilometer guter Asphaltstrassen in Schweden, die mit jedem Motorrad befahrbar sind. Wer mit der Sportenduro mit kleinem Tank unterwegs ist, wird aber feststellen, dass die Tankstellen weiter im Norden wesentlich weiter auseinder liegen, als im Süden oder gar in Mitteleuropa. Eventuell lohnt sich die Investition in einen grössern Tank – oder man nimmt zumindest einen Reservekanister mit. Auf dem Land kam es in den letzten Jahren zu einem regelrechten ”Tankstellensterben”, da man gesetzlich verpflichtet wurde, auch gewissen Arten von Biosprit (E85, Biogas) zu führen und das war für viele kleine Tanken der Todesstoss. Sehr zum Leidwesen der Dorfbevölkerung.

Strassenverhältnisse

Klar, es gibt auch Autobahnen in Schweden, aber wer will schon immer nur langweilig geradeaus fahren? Ausserdem gilt Tempolimit 110 oder 120, was auch überwacht wird. Und Knöllchen in Schweden sind eher „Knollen“ die die Reisekasse erheblich belasten können. In allen Jahren des Führerscheinbesitzes wurde ich nur einmal beblitzt, das kostete mich umgerechnet 120 Euro für 13km/h. Diese Sätze wurden mittlerweile verdoppelt. Bei JEDER Verkehrskontrolle ist die Polizei angewiessen, auch Alkohol zu kontrollieren, auch Montag morgens um 10:00. Sagt nicht, ich hätte euch nicht gewarnt!

Schwedens Fernverkehrsstrassen sind grösstenteils sehr gut ausgebaut. Da Platz hier keine Mangelware ist, sind diese Strassen so breit, dass vier Autos bequem nebeneinander Platz haben, was aber nicht zu riskanten Überholmanövern verleiten soll. Dagegen ist es üblich, dass langsamere Fahrzeuge weit rechts fahren und damit Platz für die schnelleren machen. In den letzten Jahren werden immer mehr 1+2-Strassen gebaut, die also wechelweise 2 Fahrspuren in die eine und 1 Fahrspur in die andere Richtung aufweisen.

Richtig Spass machen aus Sicht des Motorradfahrers aber erst die kleinen regionalen Strassen die dem Gelände folgen. Kurvig, viel Auf und Nieder, aber auch viele unübersichtliche Kurven erfordern volle Konzentration und verantwortungsvolle Geschwindigkeit. Biegt man dann auf noch kleinere Strassen ab, ist oftmals Ende mit Asphalt und mehr oder weniger guter Schotterbelag vorherrschend.

Zu bedenken ist:

– Sicherheit geht immer vor, man ist zeitweise tief in den Wäldern unterwegs – hier sind Rettungsdienst und Pannenhilfe nicht in 30 Minuten zur Stelle!

– eine Grundausrüstung zur Pannenhilfe sollte immer dabei sein. Reifenspray hilft zumindest bis in die nächste Stadt zum Reifenhändler.

– Auch Tankstellen sind auf dem Land weiter entfernt. Ist der Tank schon halb leer und ich fahre in einer dünn besiedelten Gegend, so wird bei der nächsten Gelegenheit aufgefüllt. Für echte Enduros mit kleinem Tank empfehle ich unbedingt die Mitnahme eines Reservekanisters! 250 bis 300km Reichweite wären schon gut, 400 ist fast schon überdimensioniert.

Wer mal einen Eindruck von Schwedens herrlichen Ministrässchen bekommen möchte, kann sich mal ein YouTube Video anschauen:

http://www.youtube.com/watch?v=zLNuPC6yE5U